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25 Views
19:30:00 08/13/10
Quadriga: Der internationale Talk
[LESS INFO] 25 VIEWS | ADDED 19:30:00 08/13/10
Russland brennt – hilfloses Riesenreich Dichter Smog liegt seit Wochen über Moskau. Viele der Torfgebiete rund um die Hauptstadt brennen und blasen ihre stinkende Fracht über die Hauptstadt. Erstmals hat das Gesundheitsministerium zugegeben, dass doppelt so viele Moskauer wie üblich sterben. Die Stadt erlebt eine Hitzewelle ohne Beispiel. Temperaturen um die 40 Grad sind keine Seltenheit. Wer es sich leisten kann, flüchtet. Russland erleidet gegenwärtig die wohl größte Waldbrandkatastrophe seiner jüngeren Geschichte. Nicht nur die Wälder und Torfe um Moskau brennen. In ganz Zentralrussland, im Ural und im fernen Osten lodern die Flammen auf einer Fläche von rund 200.000 Hektar, so groß wie Berlin und Hamburg zusammen. 50 Menschen fielen den Bränden bislang zum Opfer. Tausende wurden obdachlos. Feuerwehr und Katastrophenschutz, Armee und Miliz versuchen vergeblich, die Brandherde einzudämmen. Kaum ist ein Feuer gelöscht, flammen an anderer Stelle neue auf. Inzwischen rücken die Flammen bedrohlich auf Atomanlagen vor. Die wochenlange Trockenheit lässt das Gehölz wie Zunder brennen. Gerade mal vier Löschflugzeuge gibt es im ganzen Land. Es bleibt daher völlig unverständlich, weshalb die russische Führung Hilfsangebote aus Deutschland und der EU abgelehnt hat. Erste kritische Stimmen machen Ministerpräsident Putin verantwortlich. Niemals zuvor habe es so ein Chaos in Russlands Wäldern gegeben, empören sich Politiker wie Gennadi Gudkow. Und spielt damit auf das neue Forstgesetz an, das 2006 unter Präsident Putin durchs Parlament geschleust wurde. Dadurch wurden etwa 70.000 Waldhüter abgeschafft, zu deren Aufgaben es gehörte, jeden Brand zu melden. Die Aufsicht über die Wälder hat Putin auf inkompetente Privatfirmen übertragen. Der Blogger „top_lap“ schreibt: „Ich pfeife auf das Innovationszentrum in Skolkowo“, das von der Regierung geplante russische Silicon Valley, „wenn es nicht mal Feuerwehrautos bei uns gibt.“ Freiwillige Feuerwehren wie im Westen existieren auch nicht. Die Brandkatastrophe kostet die russische Volkswirtschaft Milliarden. Hitze und Feuer beeinträchtigen die Weizenernte so massiv, dass die Regierung bereits einen Exportstop verhängt hat. Inzwischen hoffen alle nur auf eins: Regen. Die Gäste der Sendung sind: Alexandra von Nahmen - Die Journalistin, in Polen geboren und in Deutschland aufgewachsen, studierte an der Universität Dortmund und an der American University in Washington D.C. Journalistik. Neben ihrem Studium ist sie in den USA für den Fernsehsender CNN tätig. Wieder zurück in Deutschland arbeitet sie zunächst für SAT1 und den Westdeutschen Rundfunk sowie für die Frankfurter Rundschau. Von 1996 bis1997 absolviert sie ein bimediales Volontariat beim WDR. Danach kommt sie als Korrespondentin der Deutschen Welle in das Hauptstadtstudio nach Berlin und arbeitet nebenbei auch als Reporterin für das rbb-Fernsehen in Potsdam. Heute arbeitet sie als Korrespondentin in Russland und leitet das Studio der Deutschen Welle in Moskau. Mathias Brüggmann - Der außenpolitische Redakteur des „Handelsblatt“ berichtet seit Sommer 2007 aus Berlin und von wechselnden Orten des Globus aus über die Themen der internationalen Politik. Zuvor war er elf Jahre lang Moskauer Korrespondent des Handelsblatts. Gasan Gusejnov - Der russische Journalist arbeitet für verschiedene Medien, darunter den russischen Dienst der BBC, die russischen Internet-Informationsdienste Lenta.Ru und Polit.Ru sowie DW-Online. Zudem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Moskau und hält unterschiedliche Gastprofessuren in Deutschland, den USA und der Schweiz.
15 Views
19:30:00 08/13/10
Quadriga: Der internationale Talk
[LESS INFO] 15 VIEWS | ADDED 19:30:00 08/13/10
Russland brennt – hilfloses Riesenreich Dichter Smog liegt seit Wochen über Moskau. Viele der Torfgebiete rund um die Hauptstadt brennen und blasen ihre stinkende Fracht über die Hauptstadt. Erstmals hat das Gesundheitsministerium zugegeben, dass doppelt so viele Moskauer wie üblich sterben. Die Stadt erlebt eine Hitzewelle ohne Beispiel. Temperaturen um die 40 Grad sind keine Seltenheit. Wer es sich leisten kann, flüchtet. Russland erleidet gegenwärtig die wohl größte Waldbrandkatastrophe seiner jüngeren Geschichte. Nicht nur die Wälder und Torfe um Moskau brennen. In ganz Zentralrussland, im Ural und im fernen Osten lodern die Flammen auf einer Fläche von rund 200.000 Hektar, so groß wie Berlin und Hamburg zusammen. 50 Menschen fielen den Bränden bislang zum Opfer. Tausende wurden obdachlos. Feuerwehr und Katastrophenschutz, Armee und Miliz versuchen vergeblich, die Brandherde einzudämmen. Kaum ist ein Feuer gelöscht, flammen an anderer Stelle neue auf. Inzwischen rücken die Flammen bedrohlich auf Atomanlagen vor. Die wochenlange Trockenheit lässt das Gehölz wie Zunder brennen. Gerade mal vier Löschflugzeuge gibt es im ganzen Land. Es bleibt daher völlig unverständlich, weshalb die russische Führung Hilfsangebote aus Deutschland und der EU abgelehnt hat. Erste kritische Stimmen machen Ministerpräsident Putin verantwortlich. Niemals zuvor habe es so ein Chaos in Russlands Wäldern gegeben, empören sich Politiker wie Gennadi Gudkow. Und spielt damit auf das neue Forstgesetz an, das 2006 unter Präsident Putin durchs Parlament geschleust wurde. Dadurch wurden etwa 70.000 Waldhüter abgeschafft, zu deren Aufgaben es gehörte, jeden Brand zu melden. Die Aufsicht über die Wälder hat Putin auf inkompetente Privatfirmen übertragen. Der Blogger „top_lap“ schreibt: „Ich pfeife auf das Innovationszentrum in Skolkowo“, das von der Regierung geplante russische Silicon Valley, „wenn es nicht mal Feuerwehrautos bei uns gibt.“ Freiwillige Feuerwehren wie im Westen existieren auch nicht. Die Brandkatastrophe kostet die russische Volkswirtschaft Milliarden. Hitze und Feuer beeinträchtigen die Weizenernte so massiv, dass die Regierung bereits einen Exportstop verhängt hat. Inzwischen hoffen alle nur auf eins: Regen. Die Gäste der Sendung sind: Alexandra von Nahmen - Die Journalistin, in Polen geboren und in Deutschland aufgewachsen, studierte an der Universität Dortmund und an der American University in Washington D.C. Journalistik. Neben ihrem Studium ist sie in den USA für den Fernsehsender CNN tätig. Wieder zurück in Deutschland arbeitet sie zunächst für SAT1 und den Westdeutschen Rundfunk sowie für die Frankfurter Rundschau. Von 1996 bis1997 absolviert sie ein bimediales Volontariat beim WDR. Danach kommt sie als Korrespondentin der Deutschen Welle in das Hauptstadtstudio nach Berlin und arbeitet nebenbei auch als Reporterin für das rbb-Fernsehen in Potsdam. Heute arbeitet sie als Korrespondentin in Russland und leitet das Studio der Deutschen Welle in Moskau. Mathias Brüggmann - Der außenpolitische Redakteur des „Handelsblatt“ berichtet seit Sommer 2007 aus Berlin und von wechselnden Orten des Globus aus über die Themen der internationalen Politik. Zuvor war er elf Jahre lang Moskauer Korrespondent des Handelsblatts. Gasan Gusejnov - Der russische Journalist arbeitet für verschiedene Medien, darunter den russischen Dienst der BBC, die russischen Internet-Informationsdienste Lenta.Ru und Polit.Ru sowie DW-Online. Zudem ist er Lehrbeauftragter an der Universität Moskau und hält unterschiedliche Gastprofessuren in Deutschland, den USA und der Schweiz.

